Theorie & Praxis verbinden

Unsere Philosophie

„Philosophie“ – das mag nach grauer Theorie klingen oder gar nach Weltfremdheit. Das Gegenteil ist bei der Teekampagne der Fall. Wir verstehen darunter ein ausgefeiltes Konzept, das den Gesetzmäßigkeiten der Ökonomie Rechnung trägt und sich gleichzeitig an ethischen Grundwerten orientiert. Ein Konzept wohlgemerkt, das dann auch in die Praxis umgesetzt wird.
Im Falle der Teekampagne geschah dies 1985, als Prof. Günter Faltin die Projektwerkstatt GmbH gründete. Unter ihrem Dach beweist die Teekampagne am Beispiel des Teehandels seither mit jedem Tag ihres Bestehens, dass solche Konzepte erfolgreich sein können. Sie stehen für eine bessere, eine intelligentere Ökonomie, die der rücksichtlosen Ausbeutung von Menschen und Ressourcen den Rücken kehrt.
Im Zeitalter der Globalisierung ist die Ökonomie die Kraft, die die Welt verändert, jeden Tag und überall. Wer die Welt besser machen will, muss also die Ökonomie verbessern. Mit keinem geringeren Ziel ist die Teekampagne angetreten: Gegen eine Ökonomie der Wenigen von oben, die ausschließlich das Ziel der Gewinnmaximierung verfolgt.

Die vier Säulen der Teekampagne

1. Qualität

Wer die Wahl hat, möchte das Beste haben. Das Beste hat zwar meist einen höheren Preis, muss aber nicht unerschwinglich sein. So bietet die Teekampagne erstklassige Spitzentees aus Darjeeling und Assam zu erstaunlich günstigen Preisen an – machen Sie den Preis-Leistungs-Vergleich mit anderen Anbietern!
Ein Teehandelsunternehmen, das unnötige Ausgaben vermeidet, kann stärker in die Qualität seiner Produkte investieren. Bei der Teekampagne bedeutet dies konkret:
  • Bei uns erhalten Sie – soweit die Erntesituation es nur zulässt – ausschließlich zertifizierte Tees aus kontrolliert biologischem Anbau. Darüber hinaus sind viele der Tees mit dem Naturland- und/oder Fairtrade-Siegel ausgezeichnet.
  • Trotz Bio-Zertifikat sichern wir uns ab: Wir lassen jede Teepartie noch einmal auf eigene Kosten von einem unabhängigen Labor auf Pestizidrückstände und andere unerwünschte Substanzen analysieren. Werden im Test gesetzliche Grenzwerte überschritten, wird die Partie nicht eingekauft.
  • Alle unsere Tees werden in einem mehrstufigen Kontrollverfahren von unabhängigen Spezialisten in Blindverkostungen auf ihre Geschmacksqualität geprüft.
  • two leaves and a bud – also die „zwei (jüngsten) Blätter und die (dazwischen sitzende) Blattknospe“, so lautet die Pflückregel für die hochwertigen Blatttees aus Darjeeling und Assam. Entsprechend besitzen alle unsere Tees die höchste Blattgradierung FTGFOP1 (für Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe).
  • Vor allem die teuer gehandelten Darjeeling-Tees werden oft gefälscht oder mit minderwertigen Tees gestreckt. Nicht so bei uns: Durch unseren Direkteinkauf bei den Produzenten und durch ein Lizenzabkommen mit dem Tea Board of India  können wir garantieren, dass unsere Packungen zu 100 Prozent reinen Tee aus Darjeeling bzw. Assam enthalten.
  • Und nicht zuletzt: Wenn Sie bei der Teekampagne anrufen, landen Sie nicht in einem ausgelagerten Call-Center oder einem Mensch-Maschine-Dialog, sondern direkt der Teekampagne, wo während der üblichen Geschäftszeiten unser freundlicher und kompetenter Kundenservice Ihre Bestellung entgegennimmt oder Ihre Fragen zu unseren Tees oder zu bestehenden Aufträgen beantwortet – persönlich und verbindlich.

2. Fairness

Schon lange bevor der Begriff des fairen Handels sein heutiges Gewicht erhielt, hat die Teekampagne das eigentlich Selbstverständliche getan: Den Teeproduzenten beim Direkteinkauf faire Preise oberhalb des Weltmarktniveaus gezahlt und ein Auge auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Pflückerinnen in den Teegärten gehabt. So halten wir es heute noch. Durch den persönlichen Kontakt pflegen wir gute Beziehungen zu unseren Partnern in Indien und setzen in enger Zusammenarbeit mit ihnen soziale Projekte um. (Mehr hierzu finden Sie am Fuß dieser Seite unter "Nachhaltigkeit".)

Bei der Teekampagne schließt Fairness aber auch die Fairness gegenüber den Käuferinnen und Käufern ein. Zum einen in Form eines redlichen Preises, der nicht höher ist, als er unbedingt sein muss (hierzu mehr unter dem nächsten Stichwort „Preis“). Zum andern dadurch, dass wir mit offenen Karten spielen, soll heißen: denjenigen, die unsere Tees trinken, möglichst viele Informationen über das Produkt liefern, das sie genießen wollen. Denn wer kauft schon gern die Katze im Sack? (Mehr hierzu finden Sie am Fuß dieser Seite unter "Transparenz".)

3. Preis

Die Frage nach dem Preis war in gewisser Weise der Startschuss für die Gründung der Teekampagne. Wie kommt es, dass beispielsweise Tee in Deutschland für rund das Zehnfache dessen verkauft wird, was er in Indien im Einkauf kostet? Diese Frage beschäftigte Prof. Faltin, schnell fand er die Ursachen für die wundersame Preissteigerung – und beschloss, es anders zu machen. Damals wie heute bezog der konventionelle Handel seine Tees über Groß- und Zwischenhändler, ließ ihn in kleine Packungen oder Dosen füllen, präsentierte ein breites Sortiment in eigenen Teeläden und versuchte durch Werbung, seine Umsätze zu steigern. Welch ein Potenzial für Einsparungen!

Durch Direkteinkauf bei den Produzenten konnte Faltin den Aufschlag der Margen durch die Zwischenhändler vermeiden; die Abfüllung in 1-Kilo-Packungen sparte jede Menge Aufwand und Verpackungsmaterial (Tüten, Vorder- und Rücketiketten); mit nur einer Sorte Tee – allerdings einer der besten: First Flush aus Darjeeling – ging er an den Start und verkaufte ihn so schnell wie möglich ausschließlich per Versand: keine Kosten für lange Lagerung und Ladenmieten.

Als Folge dieser Einsparungen konnte Faltin den Tee zu einem Preis anbieten, der um mehr als die Hälfte unter dem lag, was der konventionelle Handel für vergleichbare Qualität aufrief. Die Konsequenz: in der schon damals gut vernetzten Tee-Community verbreitete sich die Kunde vom unerhörten Angebot wie ein Lauffeuer und bescherte der Teekampagne einen rasch wachsenden Kundenstamm. Kurz: Faltins Entschluss, kein Geld für den Aufbau einer Marke und teure Werbung auszugeben und diesen Kostenvorteil weiterzureichen, erwies sich als das beste Marketing überhaupt!

Nach diesen Prinzipien wirtschaftet die Teekampagne bis heute. Mit jedem Kampagnenstart verfolgen wir aufs Neue das Ziel, fair gehandelte Bio-Tees in erlesener Qualität so preisgünstig anzubieten, wie es ökonomisch machbar ist. Nicht ohne Stolz legen wir deswegen auch Jahr für Jahr das Berechnungsmodell für unseren Verkaufspreis offen, beispielhaft präsentiert am Preis einer Kilo-Packung Darjeeling First Flush. Hinter dieser Preispolitik steckt jedoch mehr als sportlicher Ehrgeiz: Es ist die grundlegende Überzeugung, dass sich nachhaltige Ökonomie nur dann flächendeckend durchsetzen wird, wenn die Menschen an der Kasse für nachhaltige Produkte nicht grundsätzlich unnötig tief in die Tasche greifen müssen.
Unser aktuelles Preisberechnungsmodell finden Sie hier.

4. Einfachheit

„In der Einfachheit liegt die höchste Vollendung“ – dieses Diktum, das Leonardo da Vinci in den Mund gelegt wird, lässt sich wohl auf jeden Lebensbereich anwenden. Gerade auch Unternehmer wissen: Je komplexer die Lösung für ein Problem ausfällt, desto kostspieliger wird sie meist auch.
Was also liegt näher, als nach der größtmöglichen Vereinfachung zu suchen, wenn man Kosten reduzieren will? Ein gutes ökonomisches Konzept zeichnet sich demnach dadurch aus, das Unnötige wegzulassen. Braucht man unbedingt ein Netz von Zwischenhändlern, um guten Tee vernünftig zu handeln? Braucht man dafür ein breites Sortiment aus vielen Tees in Kleinverpackungen? Muss man in Werbung für ein Produkt investieren, anstatt dessen Qualität und seinen Preis für sich selbst sprechen zu lassen? Aus den richtigen Antworten auf diese und andere Fragen leitete Prof. Faltin seinerzeit den Grundriss für das Handelskonzept der Teekampagne ab. Bis heute lässt sich die Teekampagne vom Prinzip Einfachheit leiten, wenn es um die ökonomisch sinnvolle Lösung von Aufgaben geht.
Unsere Verantwortung
Ein Unternehmen bedeutet immer Verantwortung: den Menschen gegenüber, die davon betroffen sind, ebenso wie der Umwelt gegenüber. In den Bereichen Nachhaltigkeit und Transparenz berichten wir nicht nur über die Herkunft unserer Tees, sondern auch über das Leben in den Teegärten, und setzen uns offen mit den Herausforderungen auseinander, die dem Teehandel im 21. Jahrhundert erwachsen. 
Zudem verfolgt die Projektwerkstatt GmbH das Ziel, kreative Köpfe bei ihren Projekten zu unterstützen. In diesem Sinne dient die Projektwerkstatt als Plattform für die Verwirklichung unternehmerischer Ideen.

Nachhaltigkeit

Eigentlich ist es eine Binsenweisheit: Wer morgen noch auf Ressourcen zurückgreifen möchte, muss heute schon dafür Sorge tragen, dass diese Quellen nicht dauerhaft versiegen. Dieser Gedanke erschöpft sich keineswegs nur im ökologischen Bereich, wenn es um die Belastbarkeitsgrenzen unseres Ökosystems geht. Er ist mindestens ebenso wichtig, wenn es um all jene Menschen geht, die an einem ökonomischen Prozess beteiligt sind: Auch von Ihren Lebens- und Arbeitsbedingungen hängt das Morgen ab. Mehr über die sozialen und ökologischen Nachhaltigkeitsprojekte der Teekampagne erfahren Sie hier.

Transparenz

Immer mehr Menschen wünschen sich detaillierte Informationen über die Dinge, die sie kaufen möchten. Sie wollen wissen, woher genau die Produkte stammen, unter welchen Bedingungen sie hergestellt werden, was sie enthalten und auf welchem Weg sie zu ihnen gelangen. Wir finden: Wer durch seine Kaufentscheidung ein Unternehmen stützt, hat in gewisser Weise auch ein Recht darauf, bestimmte Informationen über die Dinge zu erhalten, für die man bezahlt. Die Teekampagne versucht, diesem Anspruch gerecht zu werden, indem sie über die genaue Herkunft ihrer Tees ebenso Auskunft gibt wie über die Ergebnisse der Laboranalysen und über ihre Verpackungspolitik. Mehr über unsere Vorstellung von Transparenz erfahren Sie hier.

Entrepreneurship

Entrepreneurship ist die kreative und mit Wagemut verbundene Aktivität von Menschen, die die Basis zur Gründung neuer Unternehmen bildet. Dies erfordert besondere kulturelle Bedingungen, Vorbilder und Einstellungen. Die Haltung „etwas zu unternehmen“ und die größere Aufgeschlossenheit gegenüber unternehmerischen Initiativen müssen selbstverständlicher werden. Entrepreneurship bietet die Chance, mit unkonventionellen Ideen und Sichtweisen zu arbeiten und gerade damit erfolgreich am Wirtschaftsleben teilzuhaben und etablierte Strukturen aufzubrechen. Schöpferisches Handeln braucht ein kreatives Umfeld, wie es eher für künstlerische Tätigkeit typisch ist. Mehr dazu erfahren Sie hier.