We want to give back

Nachhaltigkeit bei der Teekampagne

Der Begriff ‚Nachhaltigkeit‘ hat in unseren Tagen Konjunktur – dabei ist das Thema keineswegs neu: Wer morgen auf Ressourcen zurückgreifen möchte, muss heute die Voraussetzungen dafür schaffen, muss verantwortungsbewusst und langfristig denken. Schon im Jahr 1713 hatte Hans Carl von Carlowitz in seinem Werk Sylvicultura oeconomica  dieses Prinzip benannt. 
Lange bevor ‚nachhaltig‘ zum Modewort wird, macht Günter Faltin die unternehmerische Verantwortung zur Basis des Geschäftskonzepts für die Teekampagne. Dabei geht es nicht nur darum, bei Herstellung und Vertrieb möglichst ökologisch vorzugehen und sich für fairen Handel und soziale Arbeitsbedingungen in den Anbaugebieten einzusetzen. Von Anfang an verfolgt er das Ziel, auch für die ökonomischen Strukturen bessere Alternativen aufzuzeigen.
Das Credo: Wer die eingefahrenen Wege über die Stationen des Zwischenhandels verlässt und auf unnötige Marketingmaßnahmen sowie Gewinnmaximierung verzichtet, kann auch höchste Qualität zu einem sehr günstigen Preis anbieten. 
Das Ergebnis ist ein ökonomisches Lehrstück: Die Teekampagne hat bewiesen, dass erstklassige, fair gehandelte Bio-Tees aus Indien durchaus zu günstigen Preisen angeboten werden können. Warum das wichtig ist? Weil sich nachhaltige Ökonomie nur dann flächendeckend durchsetzen wird, wenn man an der Kasse für nachhaltige Produkte nicht unnötig tief in die Tasche greifen muss.

Ausgezeichnet mit der Gold  Trophy des European Green Award
 
 

Für ihr unternehmerisches Modell, das die sinnvolle Balance zwischen ökologischen, sozialen und ökonomischen Interessen sucht, ist die Teekampagne mehrfach ausgezeichnet worden. Im April 2021 wurde ihr unter 346 internationalen Bewerbern die Gold Trophy des European Green Award 2021 in der Kategorie 'Green Marketing / Campaigning' verliehen. Die internationale Experten-Jury zeichnet grüne Produkte, Projekte, Events, Hotels und Change Maker aus, die in Europa Exzellentes für eine nachhaltige Entwicklung geleistet haben. Damit will der European Green Award einen Beitrag für den Übergang Europas zu einer modernen, ressourcen-effizienten, fairen und wettbewerbsfähigen Wirtschaft der Zukunft leisten.
Emissionen reduzieren

Seit 1992 betreibt die Teekampagne ein Wiederaufforstungsprojekt in Darjeeling. Bis heute sind rund drei Millionen Bäume gepflanzt worden. Durch die beim Pflanzenwachstum stattfindende Photosynthese wird der Umwelt nachhaltig CO2 entzogen und der gefährlichen Bodenerosion an den steilen Berghängen der Region Einhalt geboten. Daneben haben andere Aspekte unseres Unternehmenskonzepts nachweislich Auswirkung auf die Reduktion von CO2-Emissionen.

Bio statt konventionell

Von Beginn an hat die Teekampagne ihre Produzenten ermutigt, auf chemische Pestizide und Düngemittel zu verzichten und stattdessen auf ökologischen Anbau zu setzen. Tee, der biologisch angebaut wird, verursacht pro Kilogramm nur ungefähr die Hälfte der CO2-Belastung im Anbau wie konventionell erzeugter Tee.

Schiff statt Flugzeug

Eine der entscheidenden CO2-Emissionsquellen ist der Transport. Da die Schifffahrt die mit Abstand umweltfreundlichste Transportart ist, wenn man die CO2-Emissionen pro Tonne und Kilometer berücksichtigt, und der CO2-Ausstoß beim Hochseeschiff pro Tonnenkilometer etwa 12 bis 15 Mal geringer ausfällt als beim Lkw-Transport, ist für eine positive Ökobilanz die Reduktion des Straßentransports von entscheidender Bedeutung. Weiterhin wird mit dem Verzicht der Teekampagne auf den jährlichen 'Flugtee' zu Beginn der Saison der Tatsache Rechnung getragen, dass der CO2-Ausstoß beim Flugtransport bis zu 230 Mal höher ausfällt als beim Schiffstransport.
Verzicht auf Zwischenhandel

Dass der Zwischenhandel umgangen wird, bedeutet für die CO2-Bilanz, dass der Straßentransport des Tees auf das Notwendigste reduziert wird. Von der Plantage zur Verarbeitung und zum Hafen in Indien. Von da aus mit dem Schiff nach Rotterdam oder Hamburg, dann vom Packhof direkt zum Endverbraucher. Großhändler, Importeure, Teehandelsfirmen, Einzelhändler fallen weg und damit vor allem das CO2-emissionsreichste Transportmittel: der Güterstraßenverkehr. Die Auslassung des Zwischenhandels vermeidet den intensiven Transport des Tees auf der Straße, die Notwendigkeit von Zwischenlagern und aufwändiges Umverpacken.
Großpackungen

Das Prinzip Großpackung anstatt vieler Kleinpackungen reduziert unnötiges Verpackungsmaterial. Tee ist lange haltbar. Ein weiterer ökologischer Vorteil der 1000g-Großpackung ergibt sich durch die Einsparung von jeweils neun Vorder-, Rück- und Verschlussetiketten gegenüber der Abfüllung derselben Teemenge in die herkömmlichen 100g-Päckchen. Darüber hinaus achten wir auf das Material unserer Verpackung – so viel Barriere wie nötig aus Gründen der Hygiene und des Aromaschutzes und so wenig Umweltbelastung wie möglich.
Versandhandel

Durch Onlineshop und zentralen Versand entfällt bei der Teekampagne die verkehrsintensive Belieferung der Einzelhandelsläden. Durch den Versand der Großpackungen mittels DHL/Post sind Privatfahrten zu Teegeschäften nicht notwendig, der individuelle Pkw-Verkehr nimmt ab. Ebenfalls verursacht die Verringerung der Lagerhaltung eine viel günstigere Bilanz bei der Relation der aufgewendeten Energiekosten pro Flächeneinheit, da die Kundinnen und Kunden im Idealfall ihren Jahresbedarf bestellen und so die Lagerhaltung selbst übernehmen. Gleichzeitig sparen sie so Versandkosten gegenüber mehreren Kleinbestellungen. Wer schlau ist, nimmt zusammen mit Freunden und Bekannten eine Sammelbestellung vor: Ab 100 Euro Warenwert erfolgt die Teelieferung innerhalb Deutschlands versandkostenfrei!

Wiederaufforstung in Darjeeling

Um der infolge des Klimawandels zunehmenden Bodenerosion an den steilen Berghängen in Darjeeling zu begegnen, hat die Teekampagne 1992 dort Maßnahmen zur Wiederaufforstung ergriffen. Dieses Programm, das bis heute ausschließlich durch die Projektwerkstatt finanziert wird, wurde um weitere Aktivitäten ergänzt und 1996 dem WWF-India zur Organisation vor Ort übertragen.
Bis heute wurden etwa 240 Hektar aufgeforstet. In der Region Darjeeling wurden 22 Baumschulen errichtet. Insgesamt fast drei Millionen Setzlinge wurden seit Beginn des Programms gepflanzt. Unser Modelldorf Tinchulay ist ein Beispiel dafür, wie sich Umweltbewusstsein und unternehmerische Aktivitäten miteinander verbinden lassen. Neben einer Reihe von ökologischen Projekten, wie der Einrichtung von Baumschulen und der Gewinnung von Bio-Kompost, ist besonders der Community Tourism  hervorzuheben. 
Die Teekampagne hat sich als Katalysator und Initiatorin für eine nachhaltige Entwicklung erwiesen. Die positiven Effekte, die das Projekt Save the Environment and Regenerate Vital Employment  (S.E.R.V.E.) in Darjeeling zeigt, hat Behörden in Darjeeling ermutigt, den WWF-India als Partner für weitere Projekte anzusprechen. Entdecken Sie die jährlichen WWF-Reports unter Downloads.

Unser Nachhaltigkeitsprojekt in Tonganagaon (Assam)

Wenn wir die Situation in Darjeeling rückblickend auf die letzten 30 Jahre betrachten, dann hat sich dort seitdem vieles verbessert: Zwei Drittel der Teegärten haben auf kontrolliert biologische Anbaumethoden umgestellt, und der Lebensstandard ist insgesamt gestiegen. Noch immer nicht ganz da, wo wir ihn haben möchten, aber auf einem guten Weg.
In Assam haben wir geholfen, die Erweiterung einer der Grundschulen in Tonganagaon zu finanzieren. Im Mai 2019 wurden die zwei neuen Klassenräume, die über Solar-Beleuchtung und -Ventilatoren verfügen, feierlich eingeweiht. Das Geld reichte auch noch aus, um Spielgeräte für den Pausenhof und Schulmobiliar anzuschaffen. Die Schule steht nicht nur den Kindern offen, deren Eltern auf der Teeplantage arbeiten, sondern auch denen, die nur in Tonganagaon wohnen. Auch Erwachsene können hier lesen und schreiben lernen. Damit Schülerinnen und Schüler auch die entfernt liegende weiterführende Schule erreichen können, haben wir einen Schulbus gestiftet.
In der Organisation Seva Kendra der Diözese Dibrugarh haben wir einen lokalen Partner gefunden, der sich um das Wohl der Menschen auf den Teeplantagen kümmert und insbesondere durch Bildungsmaßnahmen das Selbstvertrauen und die Chancen auf eine bessere Zukunft stärkt.
Fair zu den Erzeugern und zur Natur. Und trotzdem ein günstiger Preis!