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Ein erster Blick...

17. April 2014 von Kathrin Gassert
...auf den First Flush 2014. Aufgrund der für diese Jahreszeit etwas zu kühlen Temperaturen (wir sprechen hier von 3-4°C) sprießen die Blätter etwas verhalten. Mengenmäßig liegt die Ernte darum noch weit unter den Erntemengen des Vorjahres, geschmacklich war der First Flush aber beeindruckend! Drücken wir also die Daumen, dass die Region genau die richtige Menge an Regen und Sonnenschein bekommt, damit wir ausreichend einkaufen können!
  • Two Leaves and a Bud, First Flush 20141 / 2

  • Steilhang in Darjeeling, 20142 / 2

Darjeeling - Impressionen

25. Februar 2014 von Kathrin Gassert
Wir stehen quasi schon in den Startlöchern für die Vorbereitungen der Kampagne 2014... hier folgt aber erst einmal der letzte Abschnitt unseres kleinen Reiseberichts von Kolkata und Darjeeling aus 2013.
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Heute heißt es Abschiednehmen von Darjeeling und seiner beeindruckenden Landschaft, seinen stolzen und freundlichen Einwohnern. Doch auf dem Weg zum Flughafen in Bagdogra steht noch der Besuch in zwei weiteren Teegärten an, deren Namen viele Teetrinker auf der ganzen Welt mit ganz besonderem Genuss verbinden: Ambootia und Makaibari. Beide Teegärten arbeiten nicht nur nach den Vorgaben des ökologischen Landbaus, sondern im Einklang mit den anthroposophischen Lehren Rudolf Steiners, also bio-dynamisch. In Ambootia gab es 1968 den gewaltigsten Erdrutsch in Asien. Noch heute, fünfundvierzig Jahre später, lassen sich die Narben am Berghang erkennen. Damals wurde noch ohne Rücksicht auf Verluste alles an Dünger und Schädlingsbekämpfungsmitteln die die Industrie aus ihren Giftküchen feilbot, auf den Teeplantagen eingesetzt. Mit dem Resultat ausgelaugter Böden und Arbeitern, die über Haut- und andere gesundheitliche Probleme klagten. Doch zum Glück liegen diese unrühmlichen Zeiten Darjeelings hinter uns. Von den 87 Teegärten, die zu Darjeeling gehören, haben inzwischen mehr als die Hälfte auf biologischen Landbau umgestellt. Sanjay Bansal übernahm Ambootia 1992 von seinem Vater. Unter dem Motto „Healthy soils, Healthy people“ führte Sanjay Bansal ein wissenschaftlich fundiertes und umfangreiches „Bodenmanagement“ ein. Mittel zum Düngen und zur Schädlingsbekämpfung dürfen eingesetzt werden, aber jetzt sind sie natürlichen Ursprungs! Mit Luft durchsetzter Kompost, Wurm-Kompost und Kuhdung spielen eine wichtige Rolle. Der Kuh kommt in Indien traditionell eine ganz besondere Stellung zu. Ist sie doch heilig, gilt als Symbol des Lebens und ihre Gaben Milch, Dung, Urin, Butterschmalz und Joghurt, aber auch ihre Arbeitsleistung als Zugtier, wird dankbar angenommen. Vermischt mit Grünabfällen entsteht aus Kuhdung ein nährstoffreicher Dünger, der regelmäßig ausgebracht wird. Für die Produktion des Kuhmists werden in den Teegärten Kühe gehalten – entweder zentral auf einer Farm oder individuell in jeder Familie. In letzterem Fall erhält die Familie die Kuh kostenlos und übernimmt die Pflege und das Abliefern des Dungs, im Gegenzug darf sie die Milch behalten.
In Ambootia zeigt sich eindrucksvoll, wie sich der Anspruch, im Einklang mit der Natur zu produzieren, mit höchsten hygienischen Standards verbinden lässt.

Wenn es um Bio-Anbau geht, kommt man auch an „Rajah“ Banerjee, dem Besitzer von Makaibari, nicht vorbei. Er war einer der Pioniere auf diesem Gebiet und nicht ganz ohne Stolz erzählt er, wie er in den 1980er Jahren für seine Ideen ausgelacht wurde, danach aber als Bio „in“ wurde viele seinen Rat erbaten. Der Teegarten von Makaibari verzaubert Besucher auf 2/3 seiner Fläche mit  Regenwald, in dem sogar Leoparden gesichtet wurden. Stolz ist man in Makaibari auch auf den Ladies‘ Joint Body, einen Rat, dem gewählte Vertreterinnen angehören, die darüber entscheiden, welche sozialen Projekte auf Makaibari intiiert und gefördert werden. Und hier auf Makaibari findet man auch eine Frau als Vorgesetzte im Teegarten, der zwanzig Männer unterstehen – eine Seltenheit in Darjeelings Teeproduktion.
Hier wie auch in allen anderen Teegärten, die wir besucht haben, können wir uns unmittelbar ein Bild von der sozialen Situation, insbesondere der Teepflückerinnen, machen. Die Häuser auf den Plantagen werden mietfrei zur Verfügung gestellt. Fast vor jedem Fenster blühen bunte Blumen. Medizinische Versorgung ist kostenfrei, Grundnahrungsmittel werden zu subventionierten Preisen angeboten. Die Lebens- und die Wochenarbeitszeit sind geregelt und ebenso der Mindestlohn. Darüber hinaus gibt es eine Prämie für die besonders geschickten und schnellen Pflückerinnen. Alle Kinder gehen zur Schule, Kinderarbeit ist verboten. Viele dieser Leistungen wurden bereits im Plantation Labour Act von 1951 vorgeschrieben. Aktuelle Lohnerhöhungen im Bereich von 30% sind der starken Gewerkschaftsbewegung zuzurechnen, der praktisch jeder, der in den Teegärten arbeitet angehört.
Natürlich sind die Lebensverhältnisse verglichen mit unseren einfach, aber die Besitzer und Manager der Teegärten müssen sich etwas einfallen lassen, um die Arbeit dort möglichst attraktiv zu gestalten. Denn so wie in Deutschland auch, ist die anstrengende Arbeit in der Landwirtschaft für viele junge Leute nicht die erste Wahl, sondern es zieht sie in die großen Städte…

An unserem letzten Tag in Indien fahren wir zum Tea Board of India. Es ist die indische Teebehörde, die im In- und Ausland die Interessen der Teeindustrie vertritt. Dazu gehören auch die Förderung der Forschung zum Tee und die Sorge um das Wohl der Arbeiterinnen und Arbeiter im Teeanbau. Es gibt drei internationale Büros und 21 Niederlassungen in Indien, Hauptsitz in Kolkata. Obwohl Darjeeling-Tee mengenmäßig eine untergeordnete Rolle spielt – Assam produziert ungefähr das 70-fache! - liegt ein ganz besonderes Augenmerk des Tea Boards auf Darjeeling. Da hier einer der feinsten Tee der Welt produziert wird, dessen Ruf und Marktpreis durch Tees anderer Anbaugebiete, leidet, die ebenfalls vorgeben „Darjeeling“ anzubieten, hat das Tea Board viel  Aufwand und Geld investiert, um Darjeeling als Herkunftsbezeichnung zu schützen. Dass die Teekampagne ins gleiche Horn stößt, sollte bei Kunden und Fans hinreichend bekannt sein ;-)
Aber gerne beantworten wir dazu etwaige Fragen!

Früh um 4:30 Uhr geht es von Kolkata über Doha zurück nach Berlin. Eine spannende Reise liegt hinter uns…
Haben Sie Lust auf noch mehr Reiseberichte über Darjeeling? Der langjährige Fan und Botschafter der Teekampagne, Klaus Weidner, schildert ebenfalls seine Eindrücke dieser Reise auf: http://www.mein-reisebericht-online.de/urlaubsreisen/eine-reise-darjeeling

Noch mehr Infos gefällig? Passend zur Reise hier eine kleine Linksammlung:

Die Region aus Satellitenperspektive: http://www.indiamapia.com/Darjeeling/Darjeeling.html
Puttabong: http://www.jayshreetea.com/teagardens/darjeeling/tukvar
Soom: http://www.chamong.com/soom_tea_estate.html
Chamong: http://www.chamong.com/chamong_tea_estate.html
Ambootia: http://ambootia.com/
Makaibari: http://www.makaibari.com/
SERVE-Projektberichte: https://www.teekampagne.de/engagement/unser-wwf-projekt
WWF-India: http://www.wwfindia.org/about_wwf/critical_regions/khangchendzonga/
Pemba Tshering Bhutia, ein Mitarbeiter im SERVE-Projekt: http://www.wwfindia.org/about_wwf/critical_regions/meet_the_team/pemba.cfm
  • Ein berühmtes Wahrzeichen Darjeelings - der Toy Train1 / 5

  • Der Teegarten Ambootia2 / 5

  • Üppiger Pflanzenwuchs in Makaibari3 / 5

  • Auch sie gehört zur Fauna4 / 5

  • Auf dem Weg zum Flughafen in Kolkata5 / 5

Flüssigkeitsbedarf kann über Tee gedeckt werden

27. Januar 2014 von Kathrin Gassert
Diese Nachricht wird alle freuen, die zur Deckung ihres täglichen Flüssigkeitsbedarfs nicht so gerne Wasser trinken mögen - Tee zählt auch! Nachzulesen in den WorldTeaNews...

Annual Activity Report 2012

9. Januar 2014 von Kathrin Gassert
Jährlich gibt es einen Bericht über die Aktivitäten, die im Rahmen unseres Programms "Save the Environment and Regenerate Vital Employment" vom WWF-India in Darjeeling durchgeführt werden.
Online unter https://www.teekampagne.de/engagement/unser-wwf-projekt
Wer lieber eine gebundene Ausgabe haben möchte, der muss einfach schnell sein und uns eine eMail senden an info@projektwerkstatt.com (Postadresse nicht vergessen!) - 10 Exemplare stehen uns zur Verfügung!

Gute Vorsätze?

6. Januar 2014 von Kathrin Gassert
Wir wünschen Ihnen Gesundheit und Glück für das Jahr 2014 und dass Sie Ihre guten Vorsätze in die Tat umsetzen können!
"Es gibt bereits alle guten Vorsätze, wir brauchen sie nur noch anzuwenden.‘‘ Blaise Pascal (1623-1662)

Frohe Festtage

23. Dezember 2013 von Kathrin Gassert
Wir wünschen allen Freunden der Teekampagne ein friedliches und besinnliches Weihnachtsfest - Zeit zum Innehalten und natürlich auch Zeit zum Genießen!

Im Zeichen des Pandabären

20. Dezember 2013 von Kathrin Gassert
(Reisebericht - Vorbereitung der Teekampagne 2013)
Dieser Tag steht ganz im Zeichen des Pandabären, dem Logo des WWF. Wir sind mit Pemba Bhutia und seinem Chef, Sanjeeb Pradhan, dem Leiter unseres Programms „Save the Environment and Regenerate Vital Employment“, verabredet. Die Abkürzung Projekts SERVE passt perfekt, denn schließlich geht es ja darum, der Region Darjeeling ein kleines bisschen zu Diensten zu sein, etwas zurückzugeben, dafür, dass die übrige Welt weiterhin Darjeeling genießen kann. Seit 1996 wird unser Programm, das die Wiederaufforstung im Fokus hat, aber viele weitere Aufgaben umfasst, vom WWF-India vor Ort organisiert. Die Finanzierung erfolgt jedoch ausschließlich durch die Projektwerkstatt. Der Vorteil für Darjeeling: Es sind alles Einheimische, die sich um die Aufgabensetzung und Durchführung der Aktivitäten kümmern. Denn wer sonst wüsste wohl besser, „wo der Schuh drückt“? Der Vorteil für uns: Wir müssen unsere finanziellen Mittel nicht für den Aufbau einer Projekt-Infrastruktur verwenden, mit dem Resultat, dass dann wahrscheinlich alles Geld ausgegeben wäre, sondern können auf das Team vom WWF-India in Darjeeling bauen und gleich bei den Aktivitäten ansetzen.
Zunächst geht es in den für Darjeeling typischen Geländewagen zur „Gorabi Forest Plantation“. Zusammenhängende Waldflächen helfen sowohl Bodenerosion zu verhindern als auch den bereits dramatisch gesunkenen Grundwasserspiegel nicht noch weiter absacken zu lassen. Viele tausend Setzlinge einheimischer Baumarten wurden bereist gepflanzt. Sanjeeb ist mit der Überlebensrate zufrieden, betont aber auch, dass der Einsatz nicht nachlassen dürfe. Ihm ist es ein besonderes Anliegen, Jung und Alt in Darjeeling für die Belange des Natur- und Umweltschutzes in Darjeeling zu begeistern. Es sei wichtig, deutlich zu machen, dass der Klimawandel vor Darjeeling nicht Halt mache und dass jeder dazu beitragen kann, die drohenden Folgen zu mildern. So ist es kein Wunder, dass viele Aktivitäten zusammen mit Schulen durchgeführt werden. In Nature Clubs engagieren sich Schüler und führen regelmäßig Pflanzaktionen durch.

Unsere Fahrt geht weiter zur Baumschule in Chatakpur. Dort werden Setzlinge für die Wiederaufforstung gezogen. Das Equipment wird vom WWF zur Verfügung gestellt und die Familien, die die Setzlinge ziehen, verkaufen diese dann an unser WWF-Projekt, um ein kleines (zusätzliches) Einkommen zu erzielen. Nach dieser Baumschule besichtigen wir noch eine im Teegarten Chamong. Hier werden auch Schattenbäume kultiviert. Sie schützen die Teebüsche vor zu viel Sonneneinstrahlung und bewahren den Boden vor dem Austrocknen. Im Teegarten wird uns auch demonstriert, wie sich alternative Brennstoffe herstellen lassen, so genannte „Bio Briquettes“. Grünabfälle werden mit Erde und Wasser vermischt und in eine Form gepresst. Die so entstandenen Briketts werden getrocknet und bieten eine umweltfreundlichere Alternative zu Kohle und Öl.
Auf dem Weg zurück ins Hotel verdunkelt sich der Himmel plötzlich, der Himmel öffnet seine Schleusen und die Temperatur fällt innerhalb von Minuten. Wer eine Jacke im Rucksack hat, ist gut dran, denn es wird unangenehm kalt. Der Regen wechselt zu Hagel und in kurzer Zeit ist die Straße mehrere Zentimeter hoch mit Eiskügelchen bedeckt. Nichts geht mehr. Es geht nicht mehr vorwärts und nicht zurück, aber wenden käme aufgrund der Enge ohnehin nicht in Betracht. Wir klappern mit den Zähnen und stellen uns mental darauf ein, dass wir vielleicht die Nacht im Auto werden verbringen müssen… Doch nach drei Stunden geht es endlich weiter. Ein umgestürzter Baum, so erfahren wir, hatte für den Stillstand gesorgt. Wir haben das Gefühl live erlebt zu haben, was der Klimawandel bewirken kann. Auch wenn Unwetter im Frühling keine Seltenheit in Darjeeling sind, so heftig fallen sie selten aus.
(Die Fortsetzung folgt im Januar 2014)
  • Block Forest Plantation in Gorabari1 / 10

  • Hier soll der Wald wieder üppiger werden2 / 10

  • Baumschule in Chatakpur3 / 10

  • Viele kleine Bäumchen4 / 10

  • Ganz am Anfang5 / 10

  • Herstellung von Bio-Briketts6 / 10

  • In die Form gepresst...7 / 10

  • ... und fertig!8 / 10

  • Wintereinbruch!9 / 10

  • Hagel auf der Straße10 / 10

Besuch im ältesten Teegarten Darjeelings

19. Dezember 2013 von Kathrin Gassert
Unsere Reise zur Vorbereitung der Teekampagne 2013 führt uns weiter in den Norden Darjeelings. An der Grenze zu Sikkim liegt der Teegarten Puttabong. Es ist nicht nur einer der größten Teegärten Darjeelings, sondern auch der älteste. Seit 1852 wird hier Tee angebaut.
Wenn man die steilen Hänge der Teegärten in Darjeeling und die aufwändige Handarbeit der Teepflückerinnen sieht, dann wird noch einmal ganz deutlich wie wichtig ist es ist, reinen Darjeeling zu schützen! Es kann einfach nicht angehen, dass Tee als „Darjeeling“ verkauft wird, der mit dieser Region so absolut gar nichts zu tun hat, sondern vielleicht sogar noch maschinell geerntet wurde…
Auch wir dürfen uns als Teepflückerinnen und Teepflücker versuchen. Ganz schön schwer ist es, einen Korb mit einem Stirnriemen zu tragen und den Halt auf den steilen Pfaden nicht zu verlieren! Und dann noch „Two leaves and a bud“ mit den Fingern abzwacken! Dankbar geben wir unsere Körbe wieder ab, die Menge der gepflückten Teeblätter würde wahrscheinlich nicht einmal für ein Kilo Schwarztee reichen. Man rechnet, dass sich aus vier Kilogramm Teeblättern ein Kilogramm schwarzer Darjeeling herstellen lässt.
(Morgen geht es weiter mit unserem Reisebericht!)
  • Die Teefabrik in Puttabong1 / 6

  • Teatasting in Puttabong2 / 6

  • Teeproduktion in Puttabong3 / 6

  • Blick über den Teegarten4 / 6

  • Jetzt darf jede(r) mal pflücken...5 / 6

  • ... immer schön "two leaves and a bud"6 / 6

Der Nikolaus war da...

6. Dezember 2013 von Kathrin Gassert
… und weil ihr die Stiefel so schön geputzt habt, hat er ein edles Tee-Thermometer aus dem BUNDladen gebracht, das wir zusammen mit 500g Grünem Darjeeling von der Teekampagne in einer Teedose verlosen!
Teedose der Teekampagne samt Tee-Thermometer
Alles, was der Nikolaus wissen möchte: Wie heiß sollte das Wasser zur Zubereitung von Grünem Darjeeling sein? Wer es weiß, sendet schnell eine eMail an facebook@teekampagne.de, Einsendeschluss ist der 9. Dezember. Wir drücken die Daumen!
Hier die Teilnahmebedingungen.
  • Für perfekten Genuss!1 / 1

Zeigt sich der Kanchenjunga?

3. Dezember 2013 von Kathrin Gassert
Sehr früh stehen wir auf, in der Hoffnung, einen Blick auf den Kanchenjunga, den mit 8.586 Metern dritthöchsten Berg der Welt, zu erhaschen. Doch leider bleibt er in Nebel verhüllt. Zu dieser Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Klare Sicht auf das majestätische Himalaja-Gebirge gibt es eher im Herbst. Heute steht der Teegarten Soom, im Nordosten Darjeelings, auf dem Programm. „Soom“ ist Lepcha und bedeutet Dreieck. Lepcha ist die Sprache der gleichnamigen Volksgruppe, die im Osten des Himalajas lebt und von der man annimmt, dass sie ursprünglich aus Tibet stammt und nach Sikkim emigrierte. Der dreieckige Teegarten grenzt an drei weitere Teegärten und den Gebirgsfluss Little Rangeet, der Darjeeling von Sikkim trennt. Mit rund 7.000 Einwohnern ist Soom eine der am dichtesten besiedelten Regionen in Darjeeling. Im Teegarten selbst gibt es 692 Festangstellte, die von einem Mehrfachen an Vertragsarbeitern zur Erntezeit unterstützt werden.
Stolz führt uns der Manager durch die Teefabrik, die alle Standards im Hinblick auf HACCP und sonstige Qualitätsstandards erfüllt. Hauben für den Kopf, Überzieher für die Schuhe und Kittel sind Pflicht für alle Besucher. Wer erkältet ist, muss auch noch einen Mundschutz tragen. Wir sehen die langen Bahnen, auf denen die Teeblätter zum Welken liegen. Das Welken setzt in den Teeblättern biochemische Prozesse in Gang, die für die Fülle des Tees bedeutsam sind. Zu kurzes oder ungleichmäßiges Welken würde sich nachteilig auf die Teequalität auswirken. Nach dem Welken erfolgt das Rollen der Teeblätter. Früher und heute noch bei einigen Spitzentees erfolgt das Rollen zwischen den Handflächen. Ansonsten übernehmen Maschinen diese Aufgabe. Zwischen zwei großen runden Metallplatten werden die Teeblätter 30 bis 60 Minuten gerollt. Der austretende Zellsaft oxidiert und setzt enzymatische Veränderungen in Gang – die Fermentation beginnt. Geschmack und Aroma des Schwarztees werden hier maßgeblich bestimmt. Der Prozess dauert in der Regel zwei bis fünf Stunden. Danach wird der Fermentationsprozess durch Hitze und Wasserentzug gestoppt. In riesigen Heißlufttrocknern wird der Tee für ca. 20 Minuten getrocknet. Der Zellsaft trocknet an den Teeblätter fest, die dadurch ihre dunkelbraune Farbe annehmen. Im Anschluss folgt der letzte Schritt der Schwarztee-Herstellung, das Sortieren. Mechanische Siebe rütteln den Tee, der dann entsprechend unterschiedlichen „Grades“ zugeordnet wird. Unser Tee hat die Top-Gradierung: Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe 1 (FTGFOP1).
(Fortsetzung unseres Reiseberichts nach Kolkata und Darjeeling folgt in der kommenden Woche)
  • Landestypische Gastfreundschaft!1 / 6

  • Häubchen und Mundschutz sind Pflicht2 / 6

  • Auf langen Tischen "welken" die Teeblätter3 / 6

  • So sehen die Welktische ohne Teeblätter aus4 / 6

  • Maschinen zum Rollen der Teeblätter und zum Sortieren5 / 6

  • Endergebnis6 / 6

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