Über die Teepflanze

"Dieses ist ein Pusch-Gewächse drey biß vier Schuch hoch ... Seine Blätter sind wie Kirsch Blätter rundumb gekerbet, ihre Blüthen welche im Julio heraus kommen, sind gleichfalls wie unser Kirsch- oder weiße Apffel-Blüthen…" -- so beschrieb im Jahre 1692 Georg Meister in seiner Abhandlung "Der Orientalisch-Indianische Kunst- und Lustgärtner" den Teebusch.  

Tatsächlich ist der immergrüne Teestrauch verwandt mit der in Europa als Zierpflanze beliebten Kamelie, daher auch die lateinische Bezeichnung "camellia sinensis." Neben der "chinesischen Kamelie" gibt es eine weitere, jüngere Pflanzenart, die "Assam-Kamelie," "camellia assamica."     

Die "camellia sinensis" (thea sinensis) wird seit Jahrtausenden kultiviert. Angeblich stammt sie aus Ober-Birma, von wo aus sie sich rasch verbreitete. Die strauchartige Pflanze erreicht eine maximale Höhe von drei bis vier Metern. Ihre lanzettartig gezahnten Blatter sind dunkelgrün, glatt und glänzend; sie erreichen eine Länge von ungefähr zwölf und eine Breite von ca. drei Zentimetern.

Die "camellia assamica" (thea assamica) wurde nach ihrer Entdeckung im Urwald der Provinz Assam benannt.  Sie wird erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts gezüchtet.  Nicht zurückgeschnitten, kann die Pflanze eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen. Ihre Blätter sind ovaler als die der "camellia sinensis" und -- mit bis zu zwanzig Zentimetern Länge und zehn Zentimetern Breite -- auch größer.

Durch die Kreuzung der beiden Ur-Pflanzen "camellia sinensis" und "camellia assamica" entstand die sogenannte Assam-Hybride. Sie gilt als besonders widerstandsfähig und ertragreich.

Der Anbau von Tee in Darjeeling begann im 19. Jahrhundert mit der "camellia sinensis."  Die klimatischen Bedingungen der Region haben sich als besonders vorteilhaft erwiesen, denn die Güte des Tees ist von der Lage und Beschaffenheit des Anbaugebietes abhängig. Dabei gilt: je höher das Anbaugebiet gelegen ist, desto delikater ist das Aroma des Tees. Tee liebt feucht-heiße Sommer und trockene, milde Winter.  Der Teestrauch gedeiht am besten in einem lockeren, humusreichen Boden mit saurem ph-Wert; seine Pfahlwurzel schlägt bis zu sechs Meter tief.

In Teegärten werden die Teesträucher auf eine Höhe von einem bis zwei Metern zurückgeschnitten; dazwischen pflanzt man "shade trees" –- Bäume, die Schatten spenden, vor Wind und Trockenheit schützen und Vögeln Nistplätze bieten. "Jede gut gepflegte Plantage," resümiert Arend Vollers in seinem Buch "Tee," "ist schon von weitem oder aus der Luft dadurch zu erkennen, dass das Grün der Büsche einen dichten Teppich bildet und kaum Unkraut zu sehen ist."